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SoVD fordert: Risikopatienten über Krankenkassen informieren oder gleich durch Hausärzte impfen lassen

HILDESHEIM. Bis Ostern will die Landesregierung die Impfung der über 80-Jährigen abgeschlossen haben. Dann folgt die Gruppe zwei, zu der unter anderem Menschen ab 70 sowie Risikopatientinnen und -patienten gehören. Das Problem: Letztere können aufgrund fehlender Daten seitens des Landes nicht angeschrieben werden, sondern müssen sich selbst um die benötigte Impfberechtigung kümmern. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen befürchtet ein erneutes Chaos und zusätzlichen Ärger sowie Verunsicherung bei den Betroffenen.

Wahrscheinlich noch in diesem Monat sollen die über 70-Jährigen angeschrieben und darüber informiert werden, dass sie sich nun gegen Corona impfen lassen können. Das übernimmt wieder zentral das Land Niedersachsen. Bei den Risikopatientinnen und -patienten, die ebenfalls zu der zweiten Prioritätengruppe gehören, funktioniert das leider nicht. Bei ihnen fehlen der Landesregierung die entsprechenden Daten. Sie müssen sich eigenständig um ihre Impfberechtigung in Form eines ärztlichen Attests kümmern. „Das heißt, dass Betroffene zwei Mal aktiv werden müssen: Einmal bei dem Nachweis und dann bei der Terminvereinbarung. Für viele ist das sehr kompliziert“, sagt Bernhard Sackarendt, Landesvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.

„Außerdem wird dieses Verfahren zu noch mehr Verunsicherung bei den Patientinnen und Patienten führen“, ist Sackarendt sich sicher. Denn: In der Corona-Verordnung des Landes ist zum Beispiel nur von schweren chronischen Lungen-, Leber- und Nierenerkrankungen die Rede. „Für viele wird sich die Frage stellen, ab wann eine Erkrankung schwer genug für eine Impfung ist. Das wiederum führt zu vielen Nachfragen bei den Hausärzten“, so der SoVD-Chef.

In seinen Augen gibt es zwei einfache Herangehensweisen: Entweder die Krankenkassen schreiben ihre impfberechtigten Mitglieder an – sie haben schließlich die entsprechenden Daten vorliegen. Oder aber die Hausarztpraxen bekommen jetzt flächendeckend die Chance zu impfen, denn der Modellversuch in drei Regionen Niedersachsens scheint ja erfolgreich gewesen zu sein. „So gewährleistet man ein strukturierteres Vorgehen und unterbreitet den Betroffenen schnell ein Impfangebot“, findet Sackarendt und warnt gleichzeitig: „Nur weil Risikopatientinnen und -patienten nicht so organisiert sind wie bestimmte Berufsgruppen, dürfen sie bei der Impfung nicht hintenanstehen.“

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