Gedenkbuch mit Biografien jüdischer Verfolgter aus Hildesheim
Am Mittwoch, 4. Februar, 17 Uhr, wird im Rathaus, Markt 1, Sitzungssaal Gustav Struckmann, das „Gedenkbuch für die als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer wird die Veranstaltung eröffnen, ehe das Werk in mehreren Redebeiträgen insbesondere von Hauptautor Dr. Hartmut Häger vorgestellt wird. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Bläserkreis St. Michael. Interessierte sind herzlich zur Vorstellung der Publikation eingeladen!
Das Buch erscheint in der vom Stadtarchiv herausgegebenen Reihe „Quellen und Dokumentation zur Stadtgeschichte Hildesheims“ als Band 23. Damit wird ein umfangreiches Forschungsprojekt zur NS-Zeit zum Abschluss gebracht. Dr. Hartmut Häger hat in mehrjähriger akribischer Forschung die Biografien der als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer erarbeitet: Es sind 645 namentlich bekannte Personen, die in der Zeit von 1933 bis 1945 Verfolgung erlitten haben. Bei der umfangreichen Recherche für dieses Projekt wurde Dr. Häger von Sabine Brand, Ann-Kathrin Möhle und dem kürzlich verstorbenen Peter Thon unterstützt.
Im Gedenkbuch wird zunächst ein Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hildesheim gegeben und dann umfassend dargestellt, wie die jüdische Bevölkerung ab 1933 zunächst diffamiert, entrechtet und schließlich systematisch verfolgt wurde. Den Hauptteil des Buches bilden mit nahezu 650 Seiten die Biografien der Verfolgten. Dort werden also nicht nur die Geburts- und Deportations- bzw. Sterbedaten der Personen aufgelistet, sondern weitere biografische Daten gegeben. Dazu gehören neben dem familiären Umfeld – wie Eltern, Geschwister, Ehepartner, Kinder – der Beruf, die Wohnadressen und in besonderem Maße die Beschreibung des Lebens- und Leidensweges in der NS-Zeit.
Das Gedenkbuch ist die bisher umfangreichste Publikation des Stadtarchivs und stellt einen Meilenstein in der Aufarbeitung der Hildesheimer NS-Zeit dar. Es soll einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass das menschenverachtende Ziel der Nationalsozialisten, Namen und Biografien der verfolgten und getöteten Menschen auszulöschen, nicht erreicht wird.
PR
Foto: Hildesheimer Presse
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