Anzeige

HILDESHEIM. Der 1. September ist der Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen: Der Beginn des Zweiten Weltkriegs jährt sich zum 80. Mal. Ein Anlass – aber nicht der einzige – für die evangelische Kirche, Position zu beziehen für Frieden, Toleranz und Gerechtigkeit, gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung. Superintendent Mirko Peisert freut es daher, dass er vom Deutschen Gesellschaftsbund (DGB) eingeladen wurde, bei der Gedenkfeier zum Antikriegstag zu sprechen. Die Zusammenarbeit zwischen der Kirche und dem DGB sowie anderen Gruppen im Bündnis gegen Rechts funktioniere ohnehin in Hildesheim gut, meint Mirko Peisert: „Es gibt bei den Werten eine große Schnittmenge.“

Das Gräberfeld auf dem Nordfriedhof – hier findet die Gedenkfeier zum Antikriegstag am 1. September statt.

Das Thema Frieden ist für den evangelischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt jedoch nicht nur aus diesem Anlass hochaktuell. Der Kirchenkreis gehört mit seinem Projekt „Lernen eine Welt zu sein“ für drei Jahre zu den besonders geförderten Friedensorten der Landeskirche Hannovers. Deshalb startet der einwöchige Pilgerweg „Frieden bewegt“ am Wochenende auch am Michaelishügel.

Das Projekt „Lernen eine Welt zu sein“ betont die Verantwortung für die Welt, die jeder und jede Einzelne in Deutschland hat. Der Superintendent nennt als Beispiel die Rodungen des Regenwaldes in Brasilien, um Land für den Anbau von Viehfutter zu gewinnen. Wer sich darüber empöre, müsse auch auf den Verzehr des Rindfleischs verzichten. Durch ihr Konsumverhalten könnten Menschen in Deutschland Einfluss auf mehr Gerechtigkeit in der Welt nehmen. „Wir dürfen nicht schweigen und die Hände in den Schoß legen“, sagt Mirko Peisert.

In diesem Sinne äußert sich auch Landesbischof Ralf Meister aus Anlass des 1. September: Christinnen und Christen hätten einen klaren Auftrag und eine Verantwortung für Frieden. Und der schließe „die Bewahrung der Schöpfung und eine gerechte Verteilung der Lebensressourcen für alle Menschen“ ein.
Die Kirche sei herausgefordert darüber hinaus Haltung zu zeigen gegen einen zunehmend harten Ton in der Gesellschaft, der immer wieder gespickt ist mit rassistischen und diskriminierenden Äußerungen, meint der Superintendent. Der christliche Glaube sei Verpflichtung: „Wir müssen lernen, wie wir friedlich miteinander umgehen, und wie man sich gegenüber rassistischen Äußerungen verhält.“

Das von der Robert-Bosch-Gesamtschule geplante Toleranzfestival am 20. September sei hier ein sehr gutes Signal, ebenso die derzeit laufende Ausstellung „Frieden geht anders – aber wie“ in der Martin-Luther-Kirche, die sich ebenfalls besonders an Jugendliche wendet. „Toleranz muss immer wieder neu gelernt werden“, sagt Mirko Peisert.

Wiebke Barth

Anzeige



Informationen zum Artikel:
Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ist dieser namentlich in dem Beitrag nicht explizit erwähnt, so kann dieser bei der Redaktion angefragt werden. Bildrechte werden, wenn bekannt, gesondert aufgeführt. Allgemeinbilder zur Untermalung stammen in der Regel von: Celler-Presse.de, Pixabay.com oder Pexels.com. Bitte beachten Sie, dass die Nutzung dieser Seite kostenfrei ist. Daher blenden wir Werbung ein und auch Serviceartikel können externe Werbe-Verlinkungen enthalten. Sie erkennen Sie an der Kategorie "Service". Hier werden diese Artikel gesondert aufgeführt.



Anzeige


Anzeige