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Ärztemangel auf dem Land: Politik muss kurzfristige Lösungen liefern

NIEDERSACHSEN. Das Problem ist seit Langem bekannt: Gerade im ländlichen Raum in Niedersachsen ist die grundlegende Versorgung mit Hausärztinnen nicht mehr flächendeckend gewährleistet. Zwar hat die Landesregierung einen Gesetzentwurf zur Landarztquote für die Ausbildung von Allgemeinmedizinerinnen vorgelegt. Dem Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fehlt es allerdings an kurzfristigen Maßnahmen, um das Problem schnellstmöglich anzugehen.

2030 werden 60 Prozent der rund 5.000 niedersächsischen Hausärzt*innen im Rentenalter sein. Gleichzeitig steigt jedoch aufgrund des demografischen Wandels der Versorgungsbedarf. „Unsere Mitglieder berichten uns immer öfter von Ärztemangel und weiten Wegen, die sie für eine Behandlung zurücklegen müssen“, sagt Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Hinzu komme, dass es generell zu wenig barrierefreie Praxen gebe.

Der größte Sozialverband in Niedersachsen drängt deshalb auf weitere schnelle Maßnahmen: „Die Landesregierung will mit mehr Studienplätzen und einer sogenannten Landarztquote den Mangel beheben. Das ist sicherlich ein sinnvoller Baustein, dauert aber viel zu lange. Menschen im ländlichen Raum brauchen jetzt eine gute ärztliche Versorgung“, so Sackarendt. Wie wichtig Ansprechpartner*innen vor Ort seien, sehe man gerade jetzt während der Corona-Pandemie.

Aus Sicht des SoVD seien deshalb vielfältige und tatkräftige Lösungsansätze notwendig. „Es muss zum Beispiel mehr Teilzeitmodelle geben, um die Tätigkeit attraktiver zu gestalten. Denn: Die Bedürfnisse und Lebensmodelle von Ärztinnen ändern sich“, fordert der niedersächsische SoVD-Chef. Zudem müsse die Einführung regionaler Gesundheitszentren mit verschiedenen Fachärztinnen schnell vorangetrieben werden. „Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung bietet hier genügend Anknüpfungspunkte, damit das Land eingreifen und die Situation steuern kann“, betont Sackarendt.

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