Buchpreis „Pflichtlektüre Niedersachsen“: Hildesheimer Gedenkbuch auf der Longlist 2026
Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) als niedersächsische Landesbibliothek vergibt in diesem Jahr erneut den Buchpreis „Pflichtlektüre Niedersachsen“. Ausgezeichnet wird ein Buch, das sich in herausragender Weise mit Niedersachsen beschäftigt. Nun steht die Longlist des Wettbewerbs fest: 24 Titel wurden aus insgesamt rund 110 Publikationen ausgewählt – und ein bedeutendes Werk aus Hildesheim ist mitten im Rennen um den begehrten Preis.
Das am 5. Februar öffentlich im Hildesheimer Rathaus vorgestellte „Gedenkbuch. Für die als Juden von 1933 bis 1945 verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer“ von Dr. Hartmut Häger ist offiziell für die Longlist nominiert worden. Das Werk erschien als Band 23 in der vom Stadtarchiv herausgegebenen Reihe „Quellen und Dokumentation zur Stadtgeschichte Hildesheims“ im Gerstenberg Verlag.
Große Anerkennung für die regionale Publizistik
„Mit diesem besonderen Preis zeigen wir der Öffentlichkeit, wie vielfältig, produktiv und qualitativ hochwertig die niedersächsische Publizistik ist“, betont Dr. Anne-Katrin Henkel, stellvertretende Direktorin der Leibnizbibliothek. „In unserer Rolle als Landesbibliothek sammeln wir – begründet durch das Pflichtexemplarrecht – qua Gesetz alle Publikationen, die in Niedersachsen erscheinen. Diese Expertise ermöglicht uns einen exzellenten Rundumblick über die niedersächsische Verlagslandschaft, die wir einem breiten Publikum präsentieren und durch den Preis würdigen möchten“, so Henkel weiter.
Die Schirmherrschaft für die Auszeichnung hat der Niedersächsische Ministerpräsident übernommen. Die VGH Stiftung fördert den Buchpreis mit einem Preisgeld in Höhe von 4.444 Euro. Die Preissumme ist eine Reminiszenz an die vier Landesteile, aus denen sich das Bundesland gründete. Die Preisverleihung wird zudem durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt.
Strenge Kriterien für die Auswahl
Für die Nominierung der Werke gelten anspruchsvolle Kriterien, die das Hildesheimer Gedenkbuch par excellence erfüllt:
- Niedersachsen im Zentrum: Die Publikation muss sich unabhängig vom Genre mit einem niedersächsischen Thema, einer Region, einem Ort, einer Person oder Institution beschäftigen.
- Allgemeinverständlichkeit: Die Publikation zeichnet sich durch eine klare und nachvollziehbare Darstellung der Inhalte aus. Sie spricht eine breite Leserschaft an, ohne dabei an fachlicher Tiefe zu verlieren.
- Originalität: Die Publikation bietet einen neuen, innovativen Zugang zu einem Thema in Bezug auf vergleichbare Werke.
Bedeutsam für eine Bewertung können auch die Aktualität eines Themas oder aber eine besonders gelungene Buchgestaltung einhergehend mit der inhaltlichen Bearbeitung sein.
Der Weg zum Siegertitel
Die Auswahl findet über ein mehrstufiges Verfahren statt. Eine kuratierte Werkliste der GWLB im Umfang von circa 110 Titeln wurde in einem ersten Schritt durch eine interne Auswahlkommission begutachtet, um die nun vorliegende Longlist zu erstellen. Diese wird anschließend durch ein Expertenteam auf eine kompakte Shortlist reduziert. Im letzten Schritt wählt eine namhafte Jury den endgültigen Siegertitel aus. Die feierliche Preisverleihung findet am 1. Dezember 2026 in den Räumlichkeiten der GWLB statt.
Die vollständige Longlist 2026 im Überblick
Die diesjährige Auswahlliste umfasst insgesamt 24 hochkarätige Buchtitel:
- Hartmut Häger: Gedenkbuch. Für die als Juden von 1933 bis 1945 verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer, Hildesheim: Gerstenberg, 2026.
- Klaus Abelmann, Detlef Max, Sebastian Moock, Hollow Skai: Hey Ho, Let´s Go! 50 Jahre Punk in Hannover, Hannover: Leuenhagen & Paris, 2025.
- Thorsten Amrhein: »Kann ich den Typen nicht hier im Taxi lassen?« Vom vergessenen Kind bis zum stornierten Toten. Kuriose Erlebnisse eines Taxifahrers, Springe: zu Klampen!, 2025.
- Frank Biermann: Von Armut und Aufstieg. Die Geschichte einer Familie über vier Jahrhunderte, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Jost-Arend Bösenberg: Der schöne Heinrich. Gifhorner Fabrikanten-Erbe, Bohemien, Familienvater, BND-Agent – Eine Nachkriegs Vita, Dedelstorf-Oerrel: Calluna, 2025.
- Attila Dézsi: Archäologie der Republik Freies Wendland. Zu einer kritischen Archäologie der Zeitgeschichte, Leiden: Sidestone Press, 2025.
- Nava Ebrahimi: Und Federn überall, München: Luchterhand, 2025.
- Jürgen Gückel: Das doppelte Lieschen. 125 Jahre Gänseliesel – die meistgeküsste Göttingerin und ihre verheimlichte Leipziger Zwillingsschwester, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2025.
- Carl-Hans Hauptmeyer: Geschichte Niedersachsens, München: C.H. Beck, 2025.
- Walter Heinemann, Hrsg. v. Meike Buck, Harro Jenss, Benjamin Kuntz: Auf dem Schreibtisch der Braunschweiger Löwe. Lebenserinnerungen eines jüdischen Arztes, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Heiko Holste: Der Freistaat Schaumburg-Lippe und sein Staatsrat Heinrich Lorenz. Eine biographische Demokratiegeschichte 1918-1933, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Michael Kunze: Rudolf von Jhering – Das unsichtbare Recht. Eine Biographie, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Helmut Liersch, Günter Piegsa: Der Goslarer Dom. Zweihundert Jahre Abwesenheit, Goslar: Geschichtsverein Goslar e. V., 2025.
- Benjamin van der Linde, Michael Haverkamp, Thomas Brakmann, Christian Hoffmann (Hg.): 75 Jahre Emslandplan. Einblicke in die Geschichte der Emslanderschließung anhand von 75 Objekten und Dokumenten, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Helmut Lippelt, hg. v. der Heinrich Böll Stiftung: »Wir wollten fortschreiten zur Gründung einer Bundespartei« Erinnerungen an die ersten Jahre der GRÜNEN, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Bärbel Mäkeler: Bodo Kampmann. Ein Künstlerleben in Braunschweig, Braunschweig: Selbstverlag, 2025.
- Jens Nielsen, Hans-Jürgen Weiß: Chronik der Brelinger Kirchen. 175 Jahre Hellner-Kirche – 1849-2024, Wedemark: Orgelbauverein St. Martini Brelingen e. V., 2024.
- Wolfgang Schellmann: Drucksache Bibel – Archetyp moderner Printmedien. Zur Marketingstrategie des Lüneburger Bibeldruckes »Offizin der Sterne« im 17. und 18. Jahrhundert, Göttingen: Wallstein Verlag, 2025.
- Jens Schmeyers: Die Wesermarsch während der Dänenzeit, Nordenham: Rüstringer Heimatbund e. V., 2025.
- Juliane Schmieglitz-Otten, Michelle Bappert (Hg.): Caroline Mathilde, Königin. London – Kopenhagen – Celle 1751-1775, Celle: Residenzmuseum im Celler Schloss, 2025.
- Sven Schreivogel, Alexander Siebrecht (Hg.): Hollywood an der Leine. Film in Göttingen, Marburg: Schüren, 2026.
- Dennis Schröder, Christian Tielmann: Wir Jungs vom Prinzenpark, Hamburg: Carlsen, 2025.
- Christian Wiechel-Kramüller: Ein Hektar. Vom Leben einer niedersächsischen Kleinbauernfamilie, Suhlendorf: WIEKRA Wissen, 2025.
- Wiebke Wölke: Die Tierärztliche Hochschule Hannover und ihre bauliche Entwicklung am Bischofsholer Damm, Petersberg: Michael Imhof Verlag, 2025.
Alle weiteren Informationen zum Preis, zur Longlist sowie ein Pressekit finden sich im Internet unter http://pflichtlektuereniedersachsen.de.
HP
Foto: Stadt Hildesheim
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