Bahn-Bauarbeiten: Auch Hildesheimer müssen mehr Zeit einplanen
Die umfangreichen Bauarbeiten auf der Bahnverbindung zwischen Hannover und Berlin werden ab Dezember 2026 auch für Reisende aus Hildesheim spürbare Folgen haben. Wer von Hildesheim über Braunschweig oder Hannover in Richtung Berlin unterwegs ist, muss sich auf veränderte Verbindungen einstellen. Gleichzeitig gewinnt die Strecke über Braunschweig und Magdeburg erheblich an Bedeutung, denn über sie will die Deutsche Bahn den Fernverkehr während der Bauphase umleiten.
Die DB InfraGO beginnt am 2. Oktober 2026 mit umfangreichen Arbeiten entlang der Ost-West-Achse zwischen Hannover und Berlin. Bis Dezember 2027 sollen unter anderem rund 357 Kilometer Gleise, mehr als 214 Weichen und 100 Kilometer Oberleitungen erneuert werden. Hinzu kommen Arbeiten an 27 Bahnhöfen und sechs Stellwerken.
Ursprünglich sollte die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Lehrter Stammbahn ab Dezember 2026 als Umleitungsstrecke zur Verfügung stehen. Ihre Elektrifizierung verzögert sich jedoch und soll nach Angaben der Bahn erst im Dezember 2027 abgeschlossen werden. Während der Bauarbeiten können damit weitgehend weder die Schnellfahrstrecke noch die Lehrter Stammbahn genutzt werden. Deshalb musste das Verkehrskonzept neu geplant werden.
Für die Region Hildesheim ist vor allem die neue Führung des Fernverkehrs von Bedeutung. Ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember sollen die Fernzüge zwischen Hannover und Berlin durchgängig über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet werden. Vorgesehen sind innerhalb von zwei Stunden drei Fernverkehrszüge je Richtung sowie weitere Einzelverbindungen. Braunschweig und Magdeburg sollen dabei weiterhin stündlich an den Fernverkehr angebunden bleiben.
Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich nach Angaben der Deutschen Bahn um rund 80 Minuten. Für Fahrgäste aus Hildesheim lässt sich aus der Mitteilung allerdings noch keine allgemeingültige zusätzliche Reisezeit ableiten. Entscheidend wird sein, welche Anschlüsse und Verbindungen ab Hildesheim mit dem Fahrplanwechsel angeboten werden. Ein konkretes Verkehrskonzept speziell für Hildesheim nennt die Bahn in ihrer aktuellen Mitteilung nicht.
Auch für die Schieneninfrastruktur rund um Braunschweig bedeutet die Umleitung eine zusätzliche Belastung. Bis Oktober bereitet die DB InfraGO die Strecke über Braunschweig und Magdeburg nach eigenen Angaben mit einem Instandhaltungsprogramm auf den zusätzlichen Verkehr vor. Neben den Fernzügen sollen während der Korridorsanierung auch Güterzüge über diese Route fahren. Spätestens Ende Januar 2027 ist für den Güterverkehr zusätzlich eine Umleitung über Halle und Eichenberg vorgesehen.
Wie der Nahverkehr während der Bauphase im Einzelnen organisiert wird, steht noch nicht endgültig fest. Die Bahn kündigt ein Grundangebot an; auf gesperrten Abschnitten sollen Ersatzbusse eingesetzt werden. Das detaillierte Nahverkehrskonzept für die Zeit ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird derzeit mit den Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmt.
Für Reisende aus Hildesheim bleibt damit vor allem der Fahrplanwechsel im Dezember 2026 entscheidend. Erst mit den endgültigen Fahrplänen wird sich zeigen, welche Verbindungen nach Berlin für Hildesheimer am günstigsten sind und welche zusätzlichen Reisezeiten tatsächlich entstehen.
Redaktion
Hildesheimer Presse
Foto: Tama66 / Pixabay
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