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HILDESHEIM. Die Arbeitslosenzahlen sind im April aufgrund der Corona-Pandemie und Ihrer Folgen erwartungsgemäß gestiegen. Insgesamt waren 13.290 Frauen und Männer im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das waren 1.293 Personen (+10,8%) mehr als im März dieses Jahres und +1.715 (+14,8%) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozentpunkte auf 6,0% (Vorjahresmonat 5,3%).

„Die Folgen der Corona-Pandemie sind auf dem Arbeitsmarkt auch in unserem Agenturbezirk angekommen und zeigen deutlich ihre Auswirkungen in allen Bereichen“, kommentiert Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung die ungewöhnliche Entwicklung am Arbeitsmarkt. Allerdings hätten die aktuellen Zahlen noch viel dramatischer ausfallen können. „Das Kurzarbeitergeld und weitere Unterstützungsleistungen tragen spürbar dazu bei, vorhandene Arbeitskräfte in vielen Betrieben derzeit zu halten und somit den Anstieg der Arbeitslosigkeit merklich abzumildern“ ergänzt Beger.

Kurzarbeit (1)

Im Rahmen der Coronakrise haben im März und April (Stichtag: 26.04.2020) insgesamt 2.744 Unternehmen aus dem Agenturbezirk Hildesheim Kurzarbeit angezeigt (Vorjahr: 6 Anzeigen). Die Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind, liegt in diesen Anzeigen bei max. 31.616 Personen (Vorjahr: 72 Personen). „Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings noch nicht um die im Nachgang gestellten Anträge auf Kurzarbeitergeld, da die Arbeitgeber diese bis zu 3 Monate rückwirkend beantragen können“ erklärt Stefan Othmer, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Hildesheim.

Im Landkreis Hildesheim ergaben für diesen Zeitraum 1.963 Anzeigen auf Kurzarbeit mit max. 22.306 voraussichtlich betroffenen Beschäftigten und für den Landkreis Peine 781 Anzeigen von Unternehmen mit max. 9.310 Beschäftigten.

„Wieviel Unternehmen und betroffene Beschäftigten in diesem Zeitraum effektiv in Kurzarbeit gegangen sind und entsprechende Anträge gestellt haben, werde die nächsten Monate zeigen“, kommentiert Othmer die Zahlen. Eine detailliertere Auswertung liegt gegenwärtig nicht vor.

Stellenmarkt

Auch auf dem Stellenmarkt sind im April die Auswirkungen der Krise deutlich zu spüren. Die Unternehmen meldeten nur 290 neue Stellen (-401 bzw. -58,0% ggü. Vormonat). Gegenüber dem Vorjahr waren es 392 Stellen weniger (-57,5%).

Im April gab es 2.246 Arbeitsstellen im Bestand beim gemeinsamen Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter, -586 (-20,7%) weniger als vor einem Jahr.
„Vorrangig versuchen die Arbeitgeber derzeit, ihr Unternehmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu sichern“ erklärt Beger die Entwicklung. „Unser gemeinsamer Arbeitgeberservice unterstützt intensiv die Firmen telefonisch und im E-Mail-Austausch. Die Beratung zu Kurzarbeitergeld ist dabei derzeit das häufigste Anliegen.“, ergänzt Beger.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III / Arbeitslosengeld I) ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 626 (+14,8%) auf 4.847 angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von +906 (+23,1%).

Im Bereich der für die Grundsicherung (SGB II) zuständigen Jobcenter stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um +667 (+8,6%) auf 8.443. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies 806 Arbeitslose mehr (+10,6%).

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen zählen auch Personen als Unterbeschäftigte, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind (2). Im April waren nach vorläufigen Angaben 17.131 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 1.133 Personen mehr als vor einem Jahr (+7,1%).

Ausbildungsmarkt

Auf dem Ausbildungsmarkt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht viel von der Coronakrise zu spüren. „Insgesamt sind die Zahlen bei den gemeldeten Ausbil-dungsplätzen wie auch bei den gemeldeten Bewerbern zwar rückläufig, allerdings war dieser Trend schon vor Beginn der aktuellen Krise zu erkennen“ analysiert Be-ger die Ausbildungsmarktzahlen. „Der fehlende Abiturjahrgang und die dementspre-chend geringe Anzahl von Ausbildungsplätzen sind hierbei ausschlaggebend“. Im April standen seit Beginn des Berichtsjahres 1.835 gemeldete Ausbildungsstellen (-204, bzw. -10% in 2019) insgesamt 1.940 gemeldeten Bewerber/innen (-442, bzw. -18% in 2019) gegenüber.

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Grafiken: Agentur für Arbeit




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