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HILDESHEIM. Insgesamt waren im September 14.106 Personen im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 666 (-4,5%) weniger als im August und +2.517 (+21,7%) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank seit Beginn der Coronakrise erstmalig wieder gegenüber dem Vormonat um 0,3% auf 6,4% (September 2019: 5,2%).

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September ist vorrangig auf saisonale Gründe zurückzuführen“, erklärt Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim die Entwicklung. „Etliche Unternehmen erhöhen nach der Sommerpause wieder ihre Produktion und benötigen dafür neues Personal“. Beger weiter: „Diese Entwicklung macht aber auch deutlich, dass die Arbeitgeber wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen und der Bedarf an Arbeitskräften trotz Corona wieder langsam ansteigt“.

Kurzarbeit
In Folge der Krise haben bisher 3.713 Unternehmen aus dem Agenturbezirk Hildes-heim Kurzarbeit angezeigt (Vorjahr: 66 Anzeigen). Die Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind, liegt in diesen Anzeigen bei max. 44.327 Personen (Vorjahr: 1.263 Personen). Besonders betroffen: Das verarbeitende Gewerbe (468 Anzeigen), das Baugewerbe (396 Anzeigen), das Gesundheitswesen (393 Anzeigen), der Einzelhandel (387 An-zeigen), und die Gastronomie (358 Anzeigen).

Im Landkreis Hildesheim ergaben sich bisher 2.654 Anzeigen (Vorjahr 40) auf Kurzarbeit mit max. 31.937 voraussichtlich betroffenen Beschäftigten (Vorjahr 633) und für den Landkreis Peine 1.059 Anzeigen (Vorjahr 26) von Unternehmen mit max. 12.390 Beschäftigten (Vorjahr 630).

Nach neuen, vorläufigen Hochrechnungen für den gesamten Agenturbezirk Hildesheim haben im März 1.380 Betriebe mit 8.512 Beschäftigten, im April 2.439 Betriebe mit 22.945 Beschäftigten und im Mai 2.103 Betriebe mit 19.125 Beschäftigten tatsächlich Kurzarbeit beantragt und durchgeführt. „Damit wird erstmalig seit März die-ses Jahres ein Rückgang der Kurzarbeit im Agenturbezirk sichtbar“, kommentiert Beger erfreut den positiven Trend.

Um die die Abläufe zur Auszahlung von Kurzarbeitergeld (KuG) zu optimieren und somit zu beschleunigen, hat Stefan Othmer, Pressesprecher der Agentur, einen wichtigen Tipp parat: Den Antrag auf KuG per App anstatt per E-Mail einreichen. „Dies vereinfacht sowohl für den Betrieb als auch für uns in der Agentur für Arbeit das Verfahren,“ erklärt Othmer. Der Arbeitgeber kann durch die sogenannte Kurzarbeit App die notwendigen Dokumente per Handy einscannen bzw. abfotografieren, hochladen und dann datenschutzkonform direkt an die Agentur für Arbeit versenden. Othmer erläutert: „Dadurch entfällt für uns in der Bearbeitung der zeitraubende Schritt, die Daten aus einer E-Mail in unser Bearbeitungsprogramm zu übertragen. Durch den Einsatz der Kurzarbeit App können wir die Anliegen der Arbeitgeber noch effizienter bearbeiten und somit eine schnellere Zahlung ermöglichen.“ Die Kurzarbeit-App ist kostenlos und in den App-Stores von Apple und Google zu finden.

Stellenmarkt

Auf dem Stellenmarkt sind im September die Auswirkungen der Krise deutlich zurückgegangen. Die Unternehmen meldeten 700 neue Stellen (+57 bzw. +8,9% ggü. Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahr waren es jedoch 96 Stellen weniger (-12,1%). Im September gab es 2.289 Arbeitsstellen im Bestand des gemeinsamen Arbeitsge-berservice von Arbeitsagentur und Jobcenter, 401 (-14,9%) weniger als 2019. „Der Stellenmarkt zeigt zwar deutliche Einschnitte seit Beginn der Krise, jedoch steigen die Zahlen der neu gemeldeten Stellen bereits den zweiten Monat in Folge wie-der an“, so Beger. „Auch das deutet auf eine leichte Erholung am Arbeitsmarkt hin“ ergänzt Beger ihre Ausführung.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III / Arbeitslosen-geld I) ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um -451 (-7,5%) auf 5.530 gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ist coronabedingt ein Anstieg von +1.683 Personen zu verzeichnen (+43,7%).

Im Bereich der für die Grundsicherung (SGB II) zuständigen Jobcenter sank eben-falls die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um -215 (-2,4%) auf 8.576. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies allerdings 834 Arbeitslose mehr (+10,8%).

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen zählen auch Personen als Unterbeschäftigte, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind . Im September waren nach vorläufigen Angaben 17.766 Menschen unterbe-schäftigt. Das sind 1.623 Personen mehr als vor einem Jahr (+10,1%), jedoch 552 (-3,0%) weniger als im August 2020.

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